Katholische Kirche St. Michael

 

Die ersten alemannischen Siedler im Schmiehetal waren noch keine Christen. Sie verehrten Wotan, Freya, Ziu und andere germanische Gottheiten und bevorzugt taten sie das auf Bergen, in der freien Natur. Als sich die Ur-Hüttisheimer dann zwischen 600 und 700 nach und nach taufen ließen, wurde die Kirche für die neue Christengemeinde am ehemals heidnischen Kultplatz errichtet: auf einem Berg außerhalb des Dorfes. Damit sollte der Übergang zu der neuen Religion sicher erleichtert werden. 
Von dem Patron, dem die neue Kirche geweiht wurde, glaubte man, dass er das Böse, also auch die heidnischen Kräfte des Platzes besonders gut bekämpfen könne:
der Erzengel Michael.

Das ist die wahrscheinlichste Erklärung für die Tatsache, dass die Hüttisheimer Pfarrkirche St. Michael bis heute weit außerhalb des Dorfes auf einem Berg steht. Wie viele Kirchen dort seither erbaut wurden, ist nicht bekannt. Erstmals erwähnt ist die Pfarrei im Jahr 1275, im späten Mittelalter waren die Herren von Griesingen über mehrere Generationen Patronatsherr und sie stifteten eine bis 1526 bestehende Frühmesspfründe. Humlangen und ein Teil von Ammerstetten gehörten seit den Anfängen zur Pfarrei Hüttisheim, Bihlafingen seit dem 16. Jahrhundert. Die Pfarrei war nie in das Kloster Wiblingen inkorporiert, sondern immer selbstständig gewesen.

Gerade noch rechtzeitig vor Ausbruch des Ersten Weltkrieges wurde Ende 1913 mit dem Bau der heutigen Pfarrkirche begonnen. Sie ist einer der letzten Entwürfe des renommierten Architekten Joseph Cades, und sie blieb bis heute im Originalzustand erhalten. Cades war der vielbeschäftigte Baumeister des Historismus in der Diözese Rottenburg. In Hüttisheim verwirklichte er einen Plan nach dem Vorbild der barocken Wandpfeilerbasilika, deren Grundriss auf die Vorarlberger Barockbaumeister zurückgeht. Der spätgotische Turm des Vorgängerbaus blieb erhalten, alles andere, einschließlich der Umfassungsmauer und der Ecktürme, gestaltete Cades neu. Ihre eindrucksvolle Größe hat dem Bauwerk schon den Beinamen "Holzstöcke- Dom" eingebracht.  In erster Linie ist sie ein eigenständiges Gesamtkunstwerk, das Altes und Neues beispielhaft integriert,  vom Äußeren her völlig  ohne "barocke" Nachahmungstendenzen.

Quelle: Hüttisheimer Dorfchronik

Die Adresse der Kirche St. Michael Hüttisheim finden Sie unter

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